Verantwortung für die eigenen Gefühle übernehmen

„Erziehung ist Selbsterziehung“ heißt es so schön. Darunter fallen natürlich ganz lebenspraktische Dinge, wie nicht bei Rot über die Ampel zu gehen, wenn man das auch von seinen Kindern erwartet. Es bedeutet aber auch, seine Kinder nicht verantwortlich für die eigenen Gefühle zu machen.

Manchmal fühlt es sich so an, als verursache ein anderer Mensch ein schlechtes Gefühl in mir selbst. Dann werde ich sauer auf die andere Person, weil sie das „gemacht“ hat. In Wahrheit ist es allerdings so, dass alle Gefühle, die ich empfinde schon in mir sind, bevor ich sie spüre. Eine andere Person kann nicht meinen Kopf aufmachen und etwas reintun. Weder negative noch positive Gefühle. Was jedoch passiert, wenn sich das so anfühlt, als habe jemand für gewisse Gefühle in uns gesorgt, ist ein sogenannter Trigger, also ein Auslöser.

Unsere Gefühlswelt ist durch unsere Erfahrungen und die dabei empfundenen Emotionen geprägt. Im Laufe unseres Lebens speichern sie sich in uns ab und stehen uns jederzeit zur Verfügung. Je nachdem, was uns widerfährt, werden sie dann ausgelöst und wir spüren „etwas“. Ein lustiger Film triggert beispielsweise ein lebendiges, freudiges Gefühl. Ein Wutanfall unseres 3-jährigen am Morgen triggert dagegen Stress oder vielleicht ebenfalls Wut.

Wichtig zu verstehen ist dabei, dass alle Gefühle schon in uns sind. Im „Innern“ sozusagen. Im „Außen“ dagegen geschieht lediglich der Trigger. Wenn wir das verstanden haben, kann es uns helfen nicht mehr in eine Negativspirale zu geraten. Der Ärger über den Ärger wird überflüssig, weil wir verstehen, dass wir es selbst in der Hand haben, ob und wie intensiv uns etwas triggert. Wir müssen uns nicht ausgeliefert fühlen.

Schau dir einmal selbst zu

Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen kann man gut durch Selbstbeobachtung üben. Beobachte in der nächsten Zeit:

  • Wie fühlst du dich in welchen Situationen?
  • Wo im Körper nimmst du das wahr?
  • Was oder Wer hat diese Emotion ausgelöst?
  • Wenn dich etwas ärgert, was an der Situation ärgert dich am meisten?

 

1.Hilfe bei starken Emotionen:

  • Wenn du starke Gefühle empfindest versuche einmal dich selbst wie einen Außenstehenden zu betrachten. Z.B. indem du deine Gefühle bewusst wahrnimmst und denkst: „aha, das ist aber interessant.“ Oder „aha, so fühle ich mich also jetzt“.

 

  • Nichts weiter tun, außer ein-und ausatmen. Konzentriere dich einfach nur auf deinen Atemfluss und nimm wahr ob sich etwas verändert

 

  • Sein nett zu dir selbst. Starke Gefühle können sehr belastend sein und ein hohes Maß an Selbstdisziplin erfordern. Wenn du dich von starken Emotionen überrannt fühlst, nimm dir eine kurze Auszeit. Verlasse kurz den Raum bzw. die Situation, öffne das Fenster, trinke einen Kaffee…Finde heraus, was dir in Stresssituationen schnell guttut und erlaube dir auch, dich wieder besser zu fühlen.

 

 

 

 

 

 

 

13 Kommentare zu „Verantwortung für die eigenen Gefühle übernehmen

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