Über negative Glaubenssätze und wie man sie verändern kann…

Nachdem ich ja neulich darüber schrieb, dass wir alle nicht perfekt sind und dass das ja auch völlig ok ist, lade ich euch heute ein, einen Blick auf eure positiven Eigenschaften zu werfen:

Im Beratungsgespräch mit Eltern erlebe ich immer wieder, wie sich- eigentlich gute- Mütter und Väter selbst kritisieren und entmutigt über ihre eigene Unvollkommenheit klagen. Ich höre dann Sätz wie

Ja, ich weiß, ich bin immer so schrecklich ungeduldig

Wenn ich doch einfach nicht immer so wütend werden würde

Ich wäre so gerne eine bessere Mutter, aber ich schaffe es nicht

So, oder so ähnlich klingen innere Glaubenssätze, die man über sich selbst entwickelt hat. Es gibt natürlich noch viele andere Bereiche im Leben, wo wir schlecht über uns selbst denken. Die Glaubenssätze, allerdings, die unsere Rolle als Mutter oder Vater betreffen, wirken sich leider sehr direkt auf unsere Kinder aus, da sie täglich mit unserem Erziehungsverhalten konfrontiert werden.

Wir sind, was wir glauben

Das worauf wir im Leben unsere Energie richten, ist auch das, was wir dadurch stärken. Denken wir also häufig negativ über uns selbst, wird auch das Negative in uns groß. Machen wir uns stattdessen bewusst, worin wir eigentlich ganz gut sind, dann stärken wir dagegen das Gute in uns.

Glaube ich als Mutter z.B. über mich selbst, dass ich zu ungeduldig mit meinen Kindern bin, dann wird mir immer auffallen, wenn mal wieder Ungeduld in mir aufsteigt. Und das wird wiederum ein negatives Gefühl in mir auslösen: Vielleicht bin ich dann genervt von mir selbst, dass es mal wieder so gekommen ist, oder ich bin traurig, weil ich mir doch so sehr vorgenommen hatte entspannt zu bleiben. Was es auch immer ist, es wird meine Energie verbrauchen und meine Kinder werden meine negative Stimmung spüren.

Sich auf das Postive konzentrieren

Um diese Negativspirale zu unterbrechen kann man üben sich auf das Postive zu konzentrieren. Meistens sind wir viel viel besser darin negativ über uns zu denken. Unser ganzes Leben lang ging es häufig darum, was wir besser machen sollten oder können. Das hat natürlich seine Spuren hinterlassen und in unserem Gehirn sind die „Bahnen“ für negative Gedanken gut ausgebaute Schnellstraßen, auf denen die Gedanken und Gefühle nur so flutschen. Die postiven Strecken dagegen sind holprige Trampelpfade ohne Wegweiser und müssen meist eine ganze Weile sorgsam begangen werden, damit die postiven Gedanken letztlich genauso gut laufen wie die negativen.

Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt

Wenn du möchtest, gehen wir heute einen ersten Schritt gemeinsam in eine positivere Zukunft. Alles was du dafür brauchst, ist ein Blatt Papier und einen Stift und schon kann es losgehen:

Notiere dir zunächst alle negativen Gedanken, die du über dich selbst hast:

Ich fahre zu schnell aus der Haut

Ich schimpfe zu viel

Nie schaffe ich es die Wohnung ordentlich zu halten

Ich bin eine grauenvolle Mutter/ Vater

Ich bin schlecht im organisieren

etc

Wichtig ist, dass du ehrlich zu dir selbst bist, welche Erwartungen du an dich selbst hast. Lass dir Zeit bei dieser Übung. Vielleicht magst du sie auch ein paar Mal hintereinander machen…

Es geht hier nicht darum dich effizienter oder besser zu machen. Du bist schon gut, so wie du bist! Es geht darum, dir selbst vor Augen zu führen, warum du gut bist, wie du bist und einfach freundlich zu dir selbst zu sein. Deshalb kommen wir nun zum zweiten und überaus wichtigen Teil dieser Übung:

Nun nimmst du dir deine Liste und übersetzt jeden einzelnen Satz ins Positive. Überlege dir jeweils, was du stattdessen bist:

Anstatt „ich fahre zu schnell aus der Haut“, könntest du schreiben

Ich fühle mich verantwortlich für die Probleme meiner Familie, weil sie mir wichtig ist

Anstatt „ich schimpfe zuviel“

Ich nehme meine Umgebung sehr genau wahr und habe viele Ideen, wie man die Dinge besser machen könnte

Anstatt „nie schaffe ich es die Wohnung ordentlich zu halten“

Ich erledige am Tag sehr viele Dinge erfolgreich

Anstatt „ich bin eine grauenvolle Mutter/Vater“

Es ist wirklich schwierig immer alles richtig zu machen. Ich gebe mir viel Mühe und wenn ich Fehler mache sehe ich das ein und versuche es beim nächsten Mal besser zu machen.

Anstatt „Ich bin schlecht im organisieren“

Ich bin ein Kreativkopf und habe immer tausend tolle Ideen. Außerdem bin sehr spontan, mit mir kann man richtig Spaß haben

Das sind natürlich nur Beispiele, die aber zeigen sollen, dass es immer zwei Arten gibt, wie man über sich denken kann. Es geht hier natürlich auch nicht darum, sich seine Probleme schön zu reden. Aber es geht darum, dass man Kraft und Energie braucht, an sich zu arbeiten und Dinge zu verändern. Und die bekommt man eben nicht dadurch, dass man sich selbst schlecht macht…

Ein Kommentar zu „Über negative Glaubenssätze und wie man sie verändern kann…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: